StAD R 11 REM Nr. 25

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StAD R 11 REM Nr. 25 [075]

Datierung: 24. März 1375

Quelle

Aussteller:

Ausstellungsorte:

Archiv: Darmstadt StaatsA

Weitere Überlieferung:

  • Görlitz, Ratsarchiv, Bestand Varia, Urkundenbuch I des Görlitzer Rates, Bl. 42. Oblatensiegel auf der Rückseite. Auslagerungsverlust 1945. Der Band zählt zu den sieben alten Urkundenbüchern des Görlitzer Rates, in die bestimmte Originale, aber auch Abschriften eingebunden wurden, zur Aufbewahrung durch den Rat. Diese sieben Codices gehören zu den Görlitzer Auslagerungsverlusten des Jahres 1945. Ihr Verbleib ist unklar. Von der Urkunde Kaiser Karls IV. existiert leider auch keine Reproduktion. Bis 1898 gehörte das Urkundenbuch I zur Milichschen Bibliothek, mit der Signatur: mspt. fol. 217. ( Freundliche Auskunft von Siegfried Hoche M.A., Ratsarchivar, Ratsarchiv Görlitz, vom 17.1.2005).
  • Aus dem Original: Görlitz, Ratsarchiv, Oberlausitzische Urkundenabschriften, Bd. 1, Bl. 349a (mit Wiedergabe der Fertigung: »De mandato Domini Imperatoris Nicoln Camdeenn [?]«). Es handelt sich u. a. um die im 18. Jahrhundert durch Johann Gottlob Zobel gefertigten Abschriften der Urkundenbücher des Görlitzer Rates. Den Hinweis auf diese Quelle danken wir Siegfried Hoche M.A., Ratsarchivar, Ratsarchiv Görlitz, der auch ein Photo der Urkundenabschrift zur Verfügung stellte, sodass hier erstmals ein ausführliches und im Vergleich zu Böhmer/Huber inhaltlich deutlich präzisiertes Regest publiziert werden kann.
  • Böhmer/Huber, Regesta Imperii Bd. VIII, Nr. 5470 (nach Zobel ohne Rückgriff auf das Original) Böhmer und Huber äußern Zweifel, ob der Inhalt der Urkunde durch Zobel, Verzeichnis oberlausitzischer Urkunden, Bd. I, S. 95 Nr. 471 zutreffend wiedergegeben ist (»Ob der extr. Zobels richtig?«), doch sind diese Bedenken für den Kern der Aussage unbegründet; Zobel hat hier den Inhalt lediglich stark verkürzt.
  • Beyer, UB Erfurt Bd. II, S. 517, Nr. 724 (knappes Kurzregest, basierend auf Böhmer/Huber).
  • Regestensammlung im StAD Best. R 11 A Kurmainzer Regesten Nr. 25 (durchgestrichen)

Geographische Bezüge:

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Inhalt

Kopfregest:

Kaiser Karl [IV.] gebietet der Stadt Görlitz Erzbischof Ludwig von Mainz oder dessen Boten zu unterstützen.

Vollregest:

Kaiser Karl [IV.], König zu Böhmen (Beheim), an den Bürgermeister, den Rat und die Bürger der Stadt Görlitz (Gorlicz): Da die Bürger der Stadt Erfurt (Erford) gegen Ludwig, Erzbischof zu Mainz (Mentz) und Reichserzkanzler, seinen "lieben Oheim und Fürsten", durch Frevel und Unrecht aufsässig (wiedersessig) sind, hat Erzbischof Ludwig sie in des Reiches Acht gebracht. Er gebietet der Stadt Görlitz daher bei seiner Huld, den Erzbischof Ludwig oder dessen Boten darin zu unterstützen, daß die Bürger der Stadt Erfurt, ihre Leute und ihr Gut aufgehalten werden, sobald man sie auf dem Gebiet der Stadt Görlitz antrifft (das die obgenannten Burger von Erford, ire Lute und gut uffgehalden und gehindert werden, uffrecht wo man die in ewer Stat und Gebiete ankummet).

Geben zu Prage an unßer Frawen Abende Annunciacionis, Unser Reiche in dem 29. und des keisertums in dem 20. Jare.

Quellenkommentar:

Die Stadt Görlitz war in der 2. Hälfte des 14. Jh. ein bedeutendes Zentrum der Tuchindustrie und des Tuchhandels. Ein wesentliches Tuchfärbemittel des Mittelalters, den Waid, bezog Görlitz hauptsächlich aus der Waidhandelsmetropole Erfurt. Das Erfurter Färbemittel wurde außerdem auf dem Weg über den Verkehrsknotenpunkt Görlitz auch in die Lausitz und in die schlesischen Tuchregionen exportiert. Das Gebot Kaiser Karls IV., die Erfurter und ihre Güter in Görlitz aufzuhalten, zielte also offenbar darauf, die in die östlichen Regionen führenden Erfurter Exporte zu unterbrechen und dadurch auch den bedeutenden Erfurter Waidhandel zu schädigen. Vgl. Richard Jecht, Geschichte der Stadt Görlitz, Bd. I, 1, Görlitz 1922, S. 87; Werner Mägdefrau, Zum Waid- und Tuchhandel thüringischer Städte im späten Mittelalter, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 2 (1973), S. 131 ff.; Erika Langer, Handelsbeziehungen thüringischer Städte zu Ländern der böhmischen Krone in der Zeit der Luxemburger, in: Karl IV. Politik und Ideologie im 14. Jahrhundert, hrsg. von Evamaria Engel, Weimar 1982, S. 229 ff.

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Keine

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Zitierhinweis:

StAD R 11 REM Nr. 25 [075], in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/4061 (Zugriff am 02.12.2021)