StAD R 11 REM Nr. 24

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StAD R 11 REM Nr. 24 [055]

Datierung: 29. August 1374

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  • StAD R 11 REM Nr. 24 mit Verweis auf: Das Original in Hannover ist die Urkunde Adolfs. Gegenurkunde des Herzogs Otto vom gleichen Tage (Datum 1374 feria tercia post Bartholomei): Or. Perg. München, Reichsarchiv, Mainzer Erzstift, fasc. 117, Nr. 40. Großes Siegel des Herzogs hängt, stark verletzt. Abschrift der herzoglichen Urkunde: Würzburg, Staatsarchiv, Lib. reg. 6, fol. 196v. Druck: Sudendorf, Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig Bd. V, S. 39, Nr. 32 (falsch: August 30). Regest: Regesta Boica Bd. IX, S. 318. - Böhmer/Huber, Regesta Imperii Reichssachen, 1, S. 596 (nach Regesta Boica, Bd. IX, S. 318). Erwähnt: Friedensburg, Landgraf Hermann II. S. 16f.

Geographische Bezüge:

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Inhalt

Kopfregest:

Erzbischof Adolf von Mainz und das Mainzer Domkapitel verbünden sich mit Herzog Otto von Braunschweig.

Vollregest:

Adolf, erwählter Erzbischof zu Mainz und Bischof zu Speyer, Endres von Brauneck (Brunecke), Dompropst, Heinrich Beyer [a], Domdekan, Otte von Schönburg (Schonenburg), Domscholaster, und das ganze Domkapitel verbünden sich mit Herzog Otto von Braunschweig, dem Sohn Herzog Ernsts, auf Lebenszeit, mit den folgenden Bestimmungen:

1. Gegenseitige Hilfe mit aller Macht gegen Ludwig, Markgrafen zu Meißen, Bischof von Bamberg, die Markgrafen von Meißen, die Landgrafen von Hessen und wider jedermann, ausgenommen ihre Verbündeten. Keiner von ihnen soll ohne Willen des anderen neue Bündnisse eingehen oder alte verlängern; doch nimmt Adolf seinen treuen Neffen Erzbischof Cuno von Trier aus. [b] 

2. Fordert Adolf von Otto Hilfe, so hat der Herzog 100 Mann mit Gleven zu senden, Adolf dagegen dem Herzog 120. Was an geburen adir kuchinspise erbeutet wird, fällt dem zu, der den Zug unternimmt und die Kosten hat; alle sonstigen Gefangenen werden geteilt nach Anzahl der Leute, die von jedem im Felde stehen.

3. Ist Adolf in ständigem (degelichem) Kriege mit Ludwig von Bamberg, den Markgrafen und den Landgrafen, so soll der Herzog 40 Mann mit Gleven auf eigene Kosten in sein eigenes Schloß legen, oder sonstwohin, den Feinden zunächst. Adolf soll (im entsprechenden Falle) für Otto 50 Mann mit Gleven auf eigene Kosten an der Seite der Werra, wo Rusteberg liegt, [c] auf sein eigenes Schloß oder sonstwohin legen, dem Feind zunächst.

4. In einem anderen, nicht gegen die genannten Herren gerichteten Kriege Adolfs (ane weddir die vorgeschrebenen herren) [d] soll der Herzog auf eigene Kosten 40 Mann mit Gleven in ein erzbischöfliches Schloß diesseits Grünberg [e] legen, Adolf entsprechend 50 Mann.

5. Eroberte Burgen werden geteilt oder gebrochen. Sind sie einem der 2 zu eigen oder zu Lehen, so fallen sie an ihn; stehen sie zu Pfande, so soll man sie zu lösen geben und das Geld teilen (nach manczal gewapinder lude) [f].

6. Sofortige Hilfe Adolfs, wenn jemand den Herzog obirczihen wolde, bestallen [belagern] adir vorbuwen [g], sobald es ihm und seinem obersten Amtmann zu Rusteberg mitgeteilt ist; ebenso der Herzog dem Adolf oder dem obersten Amtmann.

7. Der Herzog soll dem Adolf folgen 16 Meilen rund um (umbe und umbe) [h] Rusteberg, Adolf dem Herzog 16 Meilen rund um Göttingen [i].

8. Streitigkeiten entscheiden Heinrich Knorre(n) und Siegfried (Siffird) von Bültzingsleben (Bulczingisleiben) der Alte von Seiten Adolfs, Burkhard (Burcharde) vom Steinberg (vomme Steinberge) der Junge und Hermann von Colmacz, Ritter der Suite des Herzogs, sowie Ritter Heinrich von Hardenberg (Hardinberg) der Ältere als Fünftmann. Trifft die Klage den Erzbischof, so sollen sie binnen 14 Tagen zu Duderstadt [j] einreiten und in 1 Monat entscheiden, trifft sie den Herzog, in Göttingen [k]. Stirbt Heinrich von Hardenberg, so haben die 4 zu Duderstadt einen neuen Fünftmann zu wählen. [l]

9. Der Bund gilt auf Lebenszeit. Wird ein neuer Erzbischof gewählt und lebt der Herzog Otto noch, wird das Kapitel nur den zum Erzbischof machen, der den Bund beschwört. Mitbesiegelt vom Kapitel 

- Datum 1374 tercia feria post Bartholomei apostoli.

Fußnotenapparat:

[a] In der Urkunde Adolfs: Beyer, in der Gegenurkunde Ottos abweichend: Beyier
[b] Wie Adolf den Erzbischof von Trier, so nimmt Otto von Braunschweig den Sternerbund (die Gesellen von dem Sternen) aus. Sollten aber die Markgrafen von Meißen, die Landgrafen von Hessen und die Herzöge von Bayern in die Gesellschaft einzutreten wünschen, so soll Otto das nicht gestatten, es sei denn mit Willen Adolfs. - Im Unterschied zu den Bestimmungen über Cuno von Trier, die in beide Urkunden aufgenommen sind, erscheinen die Ausnahmeregelungen Ottos für den Sternerbund nur in der Urkunde Ottos (und sind daher im Druck bei Sudendorf, der die Urkunde Adolfs wiedergibt, nicht enthalten).
[c] In der Urkunde Adolfs: uff die siten der wirra, als Rusteberg gelegen ist; in der Urkunde Ottos: hie dusse sijd der Werra alze Rusteberg gelegen ist - d. h. östlich der Werra. 
[d] So in der Urkunde Adolfs; in der Urkunde Ottos ane wedder de vorgescreven herren
[e] In der Urkunde Adolfs: hie diesijd Gru<o>nenberg, in der Urkunde Ottos: hie dissit Gronenberg
[f] So in der Urkunde Adolfs. In der Urkunde Ottos: nach manczel gewapenter lude.
[g] So in der Urkunde Adolfs und in derjenigen Ottos.
[h] Wie Anm. f.
[i] In der Urkunde Ottos:  Gotinghen, in der Urkunde Adolfs: Gottingen.
[j] In der Urkunde Adolfs: Dudirstad, in der Urkunde Ottos: Duderstad.
[k] In der Urkunde Adolfs: Gottingen, in der Urkunde Ottos:  Gotingen.
[l] Die Lesarten der Personennamen in Pos. 8 des Regests folgen der Urkunde Adolfs. Abweichend davon lauten die Lesarten dieser Namen in der Urkunde Ottos: Heinrich Knorre(n)Syferd von Bulsynghesleven d. A., Burcherdt von dem Steynberge, JungherrHermann von Colmaß, Rittere, Heinrich von Hardenberge, Heinrich von Hartinberge.

Quellenansicht

Keine

Metadaten

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Körperschaften

Zitierhinweis:

StAD R 11 REM Nr. 24 [055], in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/2410 (Zugriff am 15.08.2022)