Grundsätze für die Regestierung

Kopf- und Vollregesten 
Das Kopfregest gibt den grundlegenden Inhalt des bearbeiteten Textes wieder. Alle wesentlichen Tatsachenbestände und Rechtszusammenhänge werden in dem folgenden Vollregest aufgeführt. Sämtliche Personen-, Orts- und Flurnamen sowie sonstigen Ortsangaben werden erschlossen und in die Indizes (Namen, Örtlichkeiten, Körperschaften, Sachen) übernommen.
Band 14 der »Mainzer Ingrossaturbücher« wurde zunächst nur in Form von Kurzregesten erschlossen. Die Indizierung sämtlicher im Urkundentext vorkommenenden Personennamen, Orte usw. wurde aber wie bisher vorgenommen.

Angabe der Überlieferung
Die Signatur der für die Regestierung herangezogenen Archivalien/Quellen steht über dem Eintrag. Diese bildet auch die Grundlage für den ganz am Schluss aufgenommenen Hinweis »Zitierweise«, der die korrekte Zitation der Quelle beinhaltet. Sollte in der Literatur bereits ein Volldruck oder ein Regest der betreffende Urkunde bekannt sein, wird diese Überlieferung herangezogen und gesondert aufgeführt. Dabei werden auch alle bisher nicht vom Regestenbearbeiter überprüften Quellen- und Literaturstellen aufgelistet.

Datumsangaben
Datumsangaben in Form von Heiligentagen werden im Regest übernommen und in einer eckigen Klammer in der heute üblichen Datumsangabe. [Beispiel: am St. Martinstag [11. November] aufgelöst. Der Jahresanfang wird in erzstiftisch-mainzischen Urkunden grundsätzlich auf den 1. Januar fallend angesehen (wenn nicht zweifelsfrei auf den Weihnachtsstil zu schließen ist). Die Datumszeile wird hinter das Regest kursiv in Originalschreibweise gesetzt. Alle für das Datum relevanten Angaben werden angegeben (Für die Datierung unwichtige Satzglieder [Beispiel: »anno domini« o.ä.) werden weggelassen und durch Auslassungszeichen [...] gekennzeichnet. Sämtliche Kürzungen werden aufgelöst, die Jahreszahl wird in arabischen Ziffern geschrieben, eine fehlende Jahreszahl in [] ergänzt und ggf. kommentiert.

Namen von Personen und Lokalitäten
Personennamen können oft nicht sicher mit bestimmten Individuen in Übereinstimmung gebracht werden. Dies gilt vor allem für Personen niederadligen, bürgerlichen und bäuerlichen Standes. Das entsprechende Register ist deshalb ein Namensverzeichnis. Unter einem Stichwort können sich durchaus mehrere Individuen gleichen Namens verbergen. Die beigefügten Jahreszahlen bieten eine gewisse Orientierung.
Die Vor- und Zunamen von Personen werden nur normalisiert, wenn sie unzweideutig der heute üblichen Bezeichnung entsprechen. Varianten werden mit vermerkt. In allen anderen Fällen werden Namen in Originalschreibweise wiedergegeben, die Varianten ebenfalls vermerkt.

Identifizierte Ortsnamen werden normalisiert, die Originalschreibweise aber mit aufgenommen. Flurnamen sind im Register unterhalb der Ortsnamen zu finden.

Titulatur und Standesbezeichnungen
der Personen werden möglichst genau übernommen, die Originalschreibweisen werden als Varianten vermerkt, Beispiel »edler«, »armiger«. Unechte Verwandtschaftsbeziehungen, die lediglich eine bestimmte Wertschätzung ausdrücken, werden im Regest in Parenthesen beigefügt. Beispiel: mein »lieber Neffe«.

Überschreibungen und diakritische Zeichen
In aus dem Original entnommenen Textpassagen anzutreffende überschriebene Buchstaben und Zeichen werden, wenn es technisch nicht anders geht, in <> hinter die überschriebenen Buchstaben gesetzt (Beispiel: gu<o>te, sy<e>te u.ä.).

Kürzungen
Die Auflösung von Kürzungen werden im Text in runden Klammern gegeben. Es wird, wenn keine anderen Gründe dagegensprechen, in hochdeutscher Sprache aufgelöst (Beispiel: »schulth(eiß)«, »vorg(eschriebenen)« u.ä.). Abkürzungen für Maß-, Münz- und Gewichtsbezeichnungen werden in Normalschreibweise aufgelöst, in Zweifelsfällen die Originalschreibweise kursiv wiedergegeben.

Zahlen
Römische Zahlen werden in arabische Ziffern aufgelöst. Schreibweisen für halbe Werte werden als Bruch »1/2« wiedergegeben. In Ziffern gesetzte Monatsbezeichnungen werden aufgelöst. (Beispiel: 7bris = September)

Anmerkungen
Alle Anmerkungen (sachliche und textkritische) werden im Text mit Buchstaben [a], [b] usw. versehen und im Anmerkungsapparat ausgeführt.

Hinzufügungen durch die Bearbeiter
Sämtliche Hinzufügungen der Bearbeiter werden in eckige Klammern gesetzt. Ein [!] in eckigen Klammern weist auf offensichtliche Fehler in der Vorlage hin.

Georeferenzierung
Wenn möglich, werden die die geographischen Kordinaten von Orten und Örtlichkeiten festgestellt und in einer OpenStreetMap dargestellt. Wenn innerhalb eines Datensatzes die Geodaten einer Örtlichkeit nicht bestimmt und markiert werden können, wird die Ausgabe einer Karte zu den Geographischen Bezügen auch der anderen Orte verhindert. Deshalb müssen auch für solche Örtlichkeiten, deren Lage nicht ermittelt werden konnte, Geodaten hinterlegt werden. Als Behelfslösung werden deshalb die Geodaten eines benachbarten »Bezugsortes« markiert und ein entsprechender Hinweis (»Die genaue Lage der Örtlichkeit muss noch ermittelt werden«) aufgenommen.
Als Bezugsorte wurden gewählt: