Mainzer Ingrossaturbücher Band 10

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StA Wü, MIB 10 fol. 195

Datierung: 9. Februar 1384

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Inhalt

Kopfregest:

Der Mainzer Erzbischof Adolf I. regelt die Rückzahlung seiner Schulden bei der Speyerer Bürgerin Margarethe, der Witwe des Heilman Holtmund.

Vollregest:

Littera data Margareta uxori Heilmani Holtmuds civis Spirensis.

[Der Mainzer Erzbischof] Adolf [I. von Nassau, Bischof von Speyer] schuldet Margarethe (Margaret(e)), der Witwe des Heilman Holtmund (Holtzmuts), Bürgerin zu Speyer (Spire), und deren Erben 820 Gulden (gute und gebe von golde und swere gnug von gewichte), die Heilman zu Lebzeiten dem Bischof zum Nutzen des Bistums Speyer geliehen hatte. Der Bischof verspricht, eine erste Hälfte der Schuldsumme am kommenden St. Georgstag [23. April]  und die zweite Hälfte am darauf folgenden Tag St. Johann Baptiste [24. Juni] zurückzuzahlen.

Als Bürgen dieser Abmachung setzt der Bischof: die Brüder und Edelknechte, den bischöflichen Vogt auf der Kestenburg Hans (Hanse(n)) von Gemmingen (Gemynge(n)) sowie den Vogt zu Kislau (Kyselauwe) Trygel (Trigel) von Gemmingen (Gemmyngen), Gerhard Scheffener von Hambach, Peter Muller von Udenheim (Utenh(eim), Henne Vergenmeister (Vergemeister) aus Rheinhausen (Husen an dem Ryne), den bischöflichen Schultheißen Anshelm Metzel, Walter (Walther) Rysen und Eberhard (Eberh(ard)) zum Laube, Bürger in der bischöflichen Stadt Bruchsal (Bruchsel).

Kommt der Bischof in Zahlungsverzug, können Maragrethe oder ihren Boten die Bürgen (zu huse oder zu hofe oder mund wider mund, mit briefen oder ane briefe wie oder wo die manunge geschiet) auffordern, binnen acht Tagen Einlager in der Stadt Speyer in einer öffentlichen Herberge zu leisten (infaren leisten). Die beiden Edelknechte müssen jeder einen Knecht und ein Pferd mitbringen, die anderen Bürgen brauchen nur persönlich erscheinen. Die beiden Edelknechte Hans und Trygel müssen sich in leistung begeben, die anderen Bürgen lediglich rechte giselschafft mit noch zu bestimmenden Leistungen unv(er)denget dingen leisten. Hans und Trygel von Gemmingen sollen uff ire gute truwe und rechte warheit leisten, während die anderen Bürgen uff ire eyde in Speyer alss leisten und rechte giselschafft halten.

Einlager und Geiselschaft dauern unauflösbar so lange, bis die Schuld samt den durch die Mahnung entstanden Kosten für Botenlohn vollständig bezahlt ist. Ausfallende Pferde müssen von dem Bürgen ersetzt werden. Stirbt ein Bürge oder geht außer Landes, muss der Bischof binnen 14 Tagen gleichwertigen Ersatz stellen. Bis das geschehen ist, müssen die verbliebenen Bürgen nach Aufforderung durch die Gläubiger die Pflichten des ausgefallenen Bürgen mit übernehmen. Entzieht sich ein Bürge pflichtwidrig dem Einlager oder der Geiselschaft und verlässt Speyer, räumt der Bischof der Margarethe das Recht ein, sich am Gut des Speyerer Stifts bzw. dem des brechenden Bürgen, mit Hilfe des geistlichen oder weltlichen Gerichts oder aber auch ohne jedes Gericht, schadlos halten zu dürfen. Das Pfandgut darf Margarethe dann ungehindert, mit Recht und unwidersprochen in eine Burg (sloße oder vesten) ihrer Wahl abtransportieren.

Dies sichern der Bischof und die Bürgen, Hans und Trygel uff ire gute truwe, die anderen auf ihren Eid, zu. Diese Abmachungen können durch keine Freiheit, kein rechtes Gesetz oder Gewohnheit des Speyerer (Spire) Stifts, keinen Landfrieden, kein Bündnis, Burgrecht, keine Tröstung und kein Geleit der Herren oder Städte usw. beeinträchtigt werden.

Bischof und Bürgen geloben der Margarethe, ihren Erben bzw. dem rechtmäßigen Inhaber dieser Urkunde, die vorstehende Abmachung unverbrüchlich einzuhalten und nichts dagegen zu unternehmen, weder mit Hilfe des Gerichts noch mit Gewalt. Der Bürge Anshelm Metzel darf anstelle seiner persönlichen Geiselschaft ersatzweise einen Knecht und ein Pferd entsenden. Der Bischof verspricht den Bürgen, sie aus der Bürgschaft und dem Einlager zu lösen (ane eyde und ane alle yren schaden). Er kündigt sein Siegel an.

Die Bürgen bekennen sich zu ihrer Bürgschaft. Hans und Trygel von Gemmingen, Peter Muller, Henne Vergenmeister (Ferrenmeister) und Schultheiß Anshelm kündigen ihr Siegel an. Walter Rysen und Eberhard (Ebirhard) zum Laube bleiben siegelkarent, da sie kein eigenes Siegel haben.

- Datum ... 1384 in octavam purificationis beate Marie virginis.

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Zitierhinweis:

StA Wü, MIB 10 fol. 195, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/1974 (Zugriff am 15.08.2022)