Böhmer/Will, Regesten (706-1288)

5045 Quellen in dieser Liste. Sie sehen die Quelle 244.

BW, RggEbMz 04 Nr. 001a

Datierung: 812 - 826

Quelle

Ohne Aussteller, Empfänger und Empfangsort

Archiv: Böhmer/Will, Regesten

Weitere Überlieferung:

Böhmer/Will, Regesten S. XVII

Inhalt

Kopfregest:

Einleitende Bemerkungen Böhmers und Wills zu Erzbischof Haistulf.

Vollregest:

Die chronikalischen Nachrichten über ihn fliessen sehr spärlich, und da wir nicht eine Urkunde und nicht einen Brief von ihm besitzen, anderweitige Notizen über ihn auch sehr selten sind, so liegt seine Geschichte in ziemliches Dunkel gehüllt. Ueber Herkunft und früheres Leben Haistulfs ist weiter nichts Zuverlässiges bekannt, als dass er Schüler Lulls gewesen, wie die Grabschrift besagt. Nach einem Catalog der Weissenburger Äbte aus dem elften Jahrhundert bei Zeuss, Trad. Wizenb. Praef. XVII wird ein Justolfus abbas et eps. Magont. genannt, der in den Traditionen von 797-809 als episcopus et abbas, eps abbas, eps seu abbas, eps vel abbas, eps rector, bloss als episcopus oder bloss als abbas, vorkommt. Zeuss S. 26-36. 66. 73. 87. 91. 162. 178. 190. 192. 202. 226. 246. Episcopus Mag. heisst er in den Traditionen nirgends. Episcopus ist also blosser Titel, »Aufseher,« gleichbedeutend mit Custos, rector, abbas wie das vel oder seu beweist. Auch Erembert wird so genannt, ehe er Bischof von Worms wurde, und Erzbischof Otgar von Mainz, der ebenfalls Abt von Weissenburg war, nur episcopus, wo Mainz nicht dabei steht. In der ältern Zeit war es ebenso häufig, dass Bischöfe zu Äbten benachbarter Klöster gewählt wurden, wie dass Äbte Bischöfe wurden und dann ihr Klosteramt beibehielten. Der Zusatz Magontinus in dem Catalog ist jünger und findet wol in der spätern Wahl Haistulf's zum Erzbischof von Mainz seine Erklärung. Die Chronologie bietet also keine Schwierigkeiten. Bedenklicher ist es, dass Haistulf in den Traditionen immer nur als Justolf oder Justulf vorkommt, während der Name des Erzbischofs trotz aller Variationen niemals so lautet. Allein die spätere Schreibung könnte fränkische Form für das alemannische Ju-stolf sein. In der Urkunde vom 15. Aug. 812 findet sich dann ein Haistulf presbiter unmittelbar nach dem Erzbischof Richulf unter den Zeugen, was der Zeit nach wieder vollkommen passen würde, da von 811 an in den Traditionen Bischof Bernher von Worms als episcopus et abbas erscheint. Jedenfalls ist es wahrscheinlich, dass der weissenburger Justolf und der mainzer presbyter mit dem nachmaligen Erzbischof identisch sind. Wie sehr Rabanus Maurus den Erzbischof Haistulf schätzte, ersieht man aus den Versen, die er ihm weihte; derselbe ist jedenfalls solchen Lobes würdig gewesen, wie das der milde und friedfertige Sinn, der aus einer Ermahnung Angils hervorleuchtete, sowie sein Eifer in der Beförderung des Christenthums, den man in den zahlreichen von ihm ausgeführten Kirchenweihen erkennt, beweisen. Für seine politische Thätigkeit gewährt das geringe Material seiner Geschichte immerhin einige Anhaltspunkte.

Namensvarianten: Aistulf, Aistolf, Aystulfus, Aystulphus, Astolf, Haistulf. Haistulphus, Haistolfus, Hastulfus, Heistulfus, Heistolfus, Ludolfus, Justulf, Justolf

Quellenansicht

Keine

Metadaten

Zitierhinweis:

BW, RggEbMz 04 Nr. 001a, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/21640 (Zugriff am 19.06.2024)