Vigener - Erzbischofsregesten (1354-1374)

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Vigener, RggEbMz Nr. 2889

Datierung: 17. Januar 1372

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Weitere Überlieferung:

Vigener, Regesten mit Verweis auf:

  • Entwurf, mit mehreren Änderungen von anderer Hand (Dat. ipso die beati Anthonii): Frankfurt, Reichssachen. Urkunden Nr. 61.[c]Auch eingeschaltete in die Bestätigung Kaiser Karls vom 23. März 1372, Vigener, RggEbMz Nr. 2904.
  • Druck: Orth, Reichsmessen 653 Nr. 71a.
  • Vgl. Vigener, RggEbMz Nr. 2896, 2898, 2901, 2902, 2904, 2919.

Geographische Bezüge:

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Inhalt

Kopfregest:

Erzbischof Johan von Mainz verkauft der Stadt Frankfurt Teile des Ungeldes zu Frankfurt, die er vom Reich als Pfand innehat.

Vollregest:

Erzbischof Johan von Mainz verkauft der Stadt Frankfurt mit Willen des Kustos Erwin [von Rohrbach] [a], des Domscholaster Otto [von Schönburg], des Kantors Dietrich [von Ilfeld] und des ganzen Domkapitels den Teil des Ungeldes zu Frankfurt, der dem Erzstift vom Reich zu Pfand steht, für 5.500 kleine Florentiner Gulden.

Die Stadt hat die von dem Erzstift auf dem Ungeld verschriebenen 900 Pfund Heller jährlicher Gülte auszuzahlen, kann sie aber auch ganz oder zum Teil einlösen und soll dann die Pfandbriefe mit einem Schnitt versehen und bei der Rücklösung durch den Erzbischof diesem nebst den jetzt vom Kaiser sowie vom Erzbischof und Kapitel der Stadt gegebenen Urkunden zurückerstatten; der Erzbischof hat dann der Stadt ihren Revers wiederzugeben.

Nach Ablauf von 10 Jahren, die von kommenden Ostern an zu rechnen sind, steht dem Erzbischof der Rückkauf zu, sobald er ein Jahr zuvor an Ostern gekündigt hat. Zahlt er die 5.500 Gulden und soviel, wie die Stadt für Einlösung der Gülte gegeben hat, nicht ein Jahr nach der Kündigung während der vier Ostertage in Frankfurt zurück, so hat er für das betreffende Jahr sein Recht auf Rückkauf verloren. Er verzichtet auf alle Anfechtungsmittel gegen diesen Vertrag.

Das Domkapitel bekundet seine Einwilligung und hängt sein großes Siegel zu des Erzbischofs großem Siegel.

- Geben zu Aschaffinburg 1372 an sant Anthonien tag des heiligen aptis und bichters.[b]

Fußnotenapparat:

[a] Der Domdekan Heinrich [Beyer], der wohl außer Landes war, hat erst am 31. März (feria quarta post festum Pasche) seine Zustimmung beurkundet. Druck: [Orth] Reichsmessen 656 Nr. 71 d.
[b] Der Entwurf stammt gewiss, wie die Uberlieferung zeigt, aus Frankfurt. Auch die Intitulatio ist nicht kanzleimäßig [Wir] Johans von gocz gnaden erczb. des heilgen stuls zu<o> Mencze unde (!) des heilgen romysschen richs in duczchen landen erczek[anczler]. Vgl. auch Anm. 3 Zeile 13f.
[c] In dem Frankfurter Rechenbuch von 1371 finden sich folgende Einträge, die mit dem Verkauf des Ungeldes zusammenhängen. Auf der Innenseite des hinteren Pergamentumschlags: Nota daz geld daz wir unserm herren von Mencze geantwertet han von des ungeldes wegen. Zum ersten uf sand Andrees tag [November 30] Hermane zum Burggreffin 101 guldin und 34 alde heller, die wir yme gabin fu<o>r 100 ungerssche guldin die he uns geluhin hatte unserm herren von Mencze; item Jekil Lencziln 240 g., die he uns leich die wir vorwert unseren herren von Mencze geluhen han von dez ungeldes wegin. - f. 41v (vor Mitte Dezember, denn in dem übernächsten Eintrag ist von einer Botschaft an das Landfriedensgericht zu Mainz vor wyhenachten, zu der fronfasten = Dezember 17-20, die Rede): Wig. uff einen dag mit Dammen von Prumh. [D. von Praunheim, erzb. Haushofmeister] gein Eltefiil und vorwerter gein Erenfels alse von des ungeldes wegen 7 guldin 3 grossen zerunge, zu<o> schifflone 3 guldin. - f. 42: 3 ½ lb. 4 s. als Henr. schriber an dem mayndage zu nacht vor Oculi (= 1372 Febr. 29) selbander gefarn waz gein Mencz in daz cappittel von des ungeldes wegin und mu<o>sten sie da blibin bis an den fritdag zu eyme usdrage. - Der vierte Eintrag danach lautet: 3 lb. 4 s. 3 hell. virczerete Heinr. der stede schriber alse he unde zwene schu<o>tzen furen geyn Mencze myt dem coster unde dem senger [offenbar vom Frankfurter Bartholomäusstift], die brieffe von des ungeldes wegen zu<o> besigeln. - Der dritte Eintrag danach: 2 alde grosze eyme schu<o>czen, der myt dem schriber geyn Mencze fu<o>r von des ungeldes wegen. Dazu, unter perdelon f. 44v: 1 lb. perdelon von eyme pherde gein Mencz<e> fu<o>r von dez ungeldes wegin; 15 s. aber gein Mencz<e> alse von den ungeldes wegin (danach durchgestrichen adhuc non habet). - f. 30, zu in vigilia pasce (= 1372 März 26): 1700 gu<o>lden dem provisor [von Erfurt, vgl. Vigener RggEbMz Nr. 2935] unde den du<o>mherren zu<o> Mencze von des ungeldes wegen[d]; 6 guld. unsers herren schribern von Mencze von der briefie wegen ubir daz ungeld; 1.460 guld. hern Styslawe (von der Weitenmühl, vgl. Vigener RggEbMz Nr. 2935 Anm. 1) von des ungeldes wegen; desgleichen Jeckeln Lenczeln (vgl. auch oben zu Beginn dieser Anmerkung) 338 und 307 ½ (dazu 1 ½ Gulden uf die vorgen. gulden, die zu<o> lychte waren). - f. 65v (auf einem aufgeklebten Zettel, durchgestrichen): Item uns ist worden von unsers herren teil von Mencz und van unserm teile an dem ungelde hude uf diesen daig alse daz virczogen ward von des kauffes wegen des tailes des ungeldes unsers herren von Mencze, daz he uns verkaufit haid. - Vgl. auch Vigener RggEbMz Nr. 2966.
[d] Auf der Rückseite einer von dem Domdekan Heinrich Beyer und dem Domkapitel am 20. Juni (Freitag vor Joh. Bapt.) ausgestellten Schuldurkunde, Or. Perg. mit Tilgungsschnitt: München, Reichsarchiv (Erzstift Mainz fasc. 223 = 1. Nachtrag fasc. 40) statt: dirre brief ist geloset von den XVIIc floren. die den dumherren wurden von dem ungelt von Frank[enfort], und geschach uf den sunnentag Judica und waz dez hobetgutz IIIIc guldin und dez wuchers LX guldin.

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Keine

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Zitierhinweis:

Vigener, RggEbMz Nr. 2889, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/4490 (Zugriff am 13.08.2022)