Otto - Erzbischofsregesten (1328-1353)

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Otto, RggEbMz Nr. 2985

Datierung: 27. Dezember 1328

Quelle

Aussteller:

Archiv: Otto, Regesten

Weitere Überlieferung:

  • Otto, Regesten mit Verweis auf: Cop.: 1. Kassel, Sammlung Rudolf Losse's (s. Stengel, Nova Alaman. 1, 116 Nr. 208); 2. s. d., nach der Frankfurter Ausfertigung im Stadtarchiv zu Frankfurt (Reichss. Urk. Nr. 12 a). - Danach gedr.: Schwalm, Die Landfrieden in Deutschland unter Ludwig dem Baiern (1889) S. 160 ff. mit dem Datum: 1328-1329 (doch s. Exkurs I S. 128 f.; danach zwischen 1328 Nov. und 1329 August anzusetzen); Mon. Germ. Const. VI, 1 Nr. 525; Reimer, Hanauer Urkb. 319 Nr. 342. - Reg.: Sauer, Cod. dipl. Nass. I, 3, 187 Nr. 2100; Wiese, Urkb. der Stadt Wetzlar 1 (1911) Nr. 1151; Foltz, Friedberger Urkb. 1, 110 Nr. 263. - Vgl. Vogt, Die Reichspolitik Baldewins S. 12 u. Anm. 2, S. 15 Anm. 5; und Schwalm S. 43 ff. Vogt hat schon den genaueren Ansatz: 8. Nov. 1328 - 13. Jan. 1329. - S. auch Pabst, Die ökonom. Landschaft am Mittelrhein vom Elsass bis zur Mosel im Mittelalter in Rhein-Mainische Forsch. 4, 60.

Geographische Bezüge:

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Inhalt

Kopfregest:

Erzbischof Balduin von Trier, Administrator des Mainzer Stiftes, einige Grafen, Herren und Städte, schließen einen zweijährigen Landfrieden in dem Grenzen eines fest umschriebenen Gebietes.

Vollregest:

Baldewin, von gots gnaden ertzebischoff der heilegin kirchen zu<o> Tryere und irwelt zu<o> eyme ertzebischoffe der heilegin kirchen zu<o> Mentze nnd zu<o> eyme beschirmer des stifftes da selbis[a]; Graf Gerlach von Nassau (-sowe); Ulrich Herr zu Hanau (Haynowe); Gotfried Herr zu Eppenstein (-pin-); Lutter Herr zu Isenburg; Kuno (Cu<o>ne) von Falkenstein (Val-), Herr zu Münzenberg (Mintzin-); und der Sohn seines verstorbenen Vetters, des Herrn Philipp von Falkenstein (Valkin-); sowie die Schultheißen, Schöffen, Räte und Gemeinden der Städte Frankfurt (Frankenford), Friedberg (Fryde-), Wetzlar (Wets-) und Gelnhausen (Geynhusen) schließen einen Landfrieden bis zum 18. Tage und von da über 2 Jahre für das in folgenden Grenzen eingeschlossene Gebiet:

von Lahnstein (Lon-, Loyn-) nach Montabaur (Mu<o>ntabu<o>r); von Montabaur bis Hartenfels (Hartinfeld); von Hartenfels bis Haiger (Heigere); von da bis Battenberg: dann über Schönstadt (Schoinerstat) bis Kirchhain (-hayn); weiter die Ohm (Amene) aufwärts bis Homberg (Hohinbu<o>rg); von da bis Merlau (-lowe); von da bis Schlüchtern (Slu<o>ftere)[b]; von Schlüchtern bis Geroda (Gerrade); von Geroda bis Gemünden (-münden); und von Gemünden bis Wertheim; von Wertheim die Tauber (Tu<o>bere) aufwärts bis Tauberbischofsheim (Bysschofis-); von da nach Hu<o>sen; von Husen nach Buchen (Bu<o>cheim); von da nach Neckarsteinach (Steina an den Necker); sodann den Neckar abwärts bis an den Rhein (Ryn) und rheinabwärts bis Lahnstein[c].

Ausgenommen sind Kaiser und Reich und die Reichsstädte Mainz, Worms, Speyer und Straßburg (Mentze, Wormisze, Spire und Strazburg).

Zu diesem Landfrieden sollen zu<o tegelichem kriege, ob ez not geschit, beholfen sein: Baldewin mit 50 Helmen auf seine Kosten; von den anderen Herren jeder mit 10; und die Städte der Wetterau (Wedereibe, Wetreybe) mit 60 Heimen.

Die Herren wählen 4 Ritter und die Städte 4 Burger nebst je 4 Ersatzleuten, uff daz daz lantgerichte icht gehindert wu<o>rde. Bertolt der Vogt von Ursel (fau<o>t von Ursele) soll ihr Obmann (obirman) sein, oder, falls er verhindert ist, der; den die 8 im Einlager in Frankfurt (-kenford) küren. Stirbt einer der Ritter oder der Bürger vor der Zeit, so müssen die Herren oder die Städte einen neuen wählen. Die 9 sollen regelmäßig alle Monate in Frankfurt eyn lantgerichte besitzen, außerdem aber, so oft der Obmann sie auffordert. Sie sind berechtigt, Herren oder Städte, die dem Landfrieden beitreten wollen, aufzunehmen (entphahen). Waffentragen ist nur den Teilnehmern gestattet.

Die Straße in disir termenie dises lantfrides soll frei sein; niemand soll den andern uff der straszen ane griffen adir kummern, ez ensy dan der selbschu<o>ldige; den mag man ansprechin mit gerichte. Andernfalls sollen die Amtleute einschreiten.

Kommt es infolge eines Raubes oder einer anderen Verletzung des Landfriedens zu einer Belagerung (zu eyme besezze), so sollen Herren und Städte mit eyner gemeinen folge beholfen sein. An einer Belagerung beteiligt sich Baldewin mit einer Blide (Blyde), die 4 Städte mit 2 Bliden auf ihre Kosten, jeder Herr mit zwei 6spännigen Wagen zur Beförderung und Bedienung der städtischen Bliden. Droht ein Entsatz (daz man sorge hette eynes abedrybens), so sollen, auf Anfordern der Neun, Herren und Städte noch mehr Leute stellen. Die Kosten für etwa noch notwendig werdende (andere) Belagerungswerkzeuge (katzen, ebinhohe adir grebere) sollen nach marzal unter Herren und Städte verteilt werden.

Über Miltenberg hinaus (obewendig) sind die Städte nicht zu gemeiner folge verpflichtet, sondern nur zu den 60 Helmen, die sie halden zu<o> dem landfride zu<o> tegelichem kriege.

Die Neun sind befugt, die Leute, die die herren und die stede halden zü dem landfride, zu legen, wohin es ihnen gutdünkt. Kriege (kryeg, urloyge), die vor Ablauf des Landfriedens noch nicht beigelegt sind, sollen noch später beigelegt werden. Jeder Herr und jede Stadt sollen bei ihrem Recht und ihrer Freiheit bleiben. Endlich soll die Sühne (sotan ursorge), die zwischen B. Baldewin, eyme beschirmer des styfftis zu Mentze, dem Grafen Gerlach von Nassau (-sawe) und dem Grafen Johann von Solms (Solmizz, Solmisz) einer-, und der Stadt Wetzlar (Wetslar) anderseits geschlossen (geredit) ist [d], in Kraft bleiben einen ganzen Monat nach diesem Landfrieden.
Siegler die Aussteller.

- G. 1328 an sancte Johannis tag zu wihenachten in den heiligen tagen [e].

Fußnotenapparat:

[a] Diese Titulatur kehrt in keiner Urkunde Baldewins wieder.
[b] Cop. 1 setzt statt Heiger: die Kalde Eych, statt Schoinerstat: Lewenstein, und führt fort: von Lewenstein die Schwalme uf biz za Alsfelt, die rechten straze biz zu Sluchtere.
[c] In der Denkschrift von 1336 (Nova Alam. 1, 262 Nr. 422 c. 5) heisst es: longe lateque dicte ecclesie tempore defensionis huiusmodi ... dilatavit fimbrias, ut eius subditi optata gaudentes pace, quam iam undique in illis partibus, qualis et centum annis citra non fuerat, opitulante altissimo ordinavit, liberius altissim obsequiis vacare possent.
[d] S. voriges Regest.
[e] Nach Cop. 1.

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Zitierhinweis:

Otto, RggEbMz Nr. 2985, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/6345 (Zugriff am 18.01.2022)