Mainzer Ingrossaturbücher Band 1

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StA Wü, MIB 1 fol. 116

Datierung: 5. Mai 1376

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  • Regestensammlung im StAD Best. R 11 A Kurmainzer Regesten Nr. 25. Verweis auf: Stiftsarchiv Aschaffenburg 539 (1906). Original. Großes Kapitelsiegel hängt. Kopie ebd. Lib. Present. III. 143v. Eingerückt in den Revers des Nyclas von Grunenberg, Kanoniker zu Aschaffenburg und Keller zu Miltenberg vom gleichen Tag. Er gelobt, den [in der Urkunde Gerlachs] genannten Zins dem Erzbischof oder derm Erzstift oder dem, der es innehat, zu reichen.
  • München, RA, Mainzer Domkapitel fasc. 129. Siegel abgefallen.
  • StA Würzburg, MIB 5 fol. 340 [alte Signatur]. Abschrift des Reverses.

Geographische Bezüge:

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Inhalt

Kopfregest:

Niklas von Grünberg, Kanoniker in Aschaffenburg sowie Keller zu Miltenberg, regelt seinen Lehensangelegenheiten mit der Mainzer Kirche

Vollregest:

Niklas (Niclais) von Grünberg (Grunenb(er)g), Kanoniker in Aschaffenburg sowie Keller zu Miltenberg, bekennt, das »seine gnädigen Herren« der [Mainzer] Dompropst Endres [von Brauneck], Dekan Heinrich [Beyer von Boppard] und das Domkapitel von Mainz (Mentze) ihm und seinen Erben die Gnade erwiesen haben, wie dies in ihrer mit dem großen Domkapitelsiegel versehenen, hier nachfolgend aufgenommenen Urkunde geschrieben steht: Darin bekennen Dompropst, Domdekan und Domkapitel, dass seinerzeit Erzbischof Gerlach von Mainz und das Stift Mainz dem »lieben Getreuen« Niklas (Niclas) von Grünberg, seinem Bruder Peter (Peder) und deren Erben die Gnade erwiesen haben, wie dies in der Urkunde Gerlachs und den Transfixes seiner Nachfolger steht.

In dieser Urkunde vom 10. Juli 1366 [a] heißt es: Erzbischof Gerlach, Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches bekennt, dass er bezüglich der Äcker, Wiesen und Triesche gen. die wuste ecker, die zwischen dem Eychenbuhel und dem Dorf Ebenheid (Ebenode) hinter Burgstedir walde liegen, wovon man ihm bisher jährlich von einem Morgen einen Heller und von etlichen Morgen einen Simmer Frucht gegeben hat, dem Niklas von Grünberg (Grunenb(er)g), seinem Keller zu Miltenberg und dessen Bruder Peter, seinen »lieben Getreuen« und deren Erben erlaubt hat, diese Äcker, Wiesen und Güter käuflich zu erwerben umb die armen lute, die dem Erzbischof für die Äcker den Zins davon gaben. Der Erzbischof hat dem Niklas und Peter diese Äcker und Güter, sowie alles, was Mainz im Umkreis des Dorfes Ebenode besitzt sowie den Zehnten von diesen Äckern für zwei Pfund Heller ewiges Geld verliehen. Diese zwei Pfund sollen die beiden bzw. ihre Erben in den kommenden Jahren jedes Jahr am Martinstag [11. November] dem jeweiligen Keller in Miltenberg einbezahlen. Eingedenk ihrer geleisteten und zukünftig noch erwarteten Dienste, hat der Erzbischof dem Niklas und Peter erlaubt, auf diesen Äckern bei Ebenode einen Schafhof einzurichten, Vieh auf allen Feldern, in den Wäldern und Marken zu weiden und Brenn- und Bauholz für den Schafhof aus dem Bürgstadter Wald (Burgestadt walde) zu holen. Der Hof soll frei sein, wer ihn bewirtschaftet soll lediglich die zwei Pfund Heller Geld bezahlen. Der Erzbischof bestätigt, dass die Brüder die Äcker beim Dorf Wonsdorff und das Schafhaus, das sie da errichtet haben, mit eigenem Geld und mit seinem Einverständnis verwirklicht haben.

Der Erzbischof bestätigt, das er, seine Nachkommen und das Stift auf das Gut, das Gerhuß Fogelin, eine seiner Bürgerinnen zu Miltenberg, dem vorgenannten Keller Niklas gegeben hat, kein Recht und keinen Anspruch haben sollen, außer, dass die Güter in dem Maße sein Eigen sind, wie Gerhuß sie ihm gegeben hat. Die Wiese, die oberhalb Breidenczille liegt, hat Erpach einst dem Mann der Gerhuse ausgerodet, der dann ein Viertel dem Erzbischof überließ, welches der Erzbischof dem Niklas und Peter sowie deren Erben ebenfalls für 2 Schillinge Heller Geld geliehen hat, die jährlich am St. Martinstag [11. November] an den Erzbischof zu zahlen sind.

Der Erzbischof bestätigt, dass die Güter, die Nikolaus (Niclas) und sein Bruder Peter in der Gegend um Miltenberg gekauft haben oder noch kaufen werden, bzw., dass die Bauten, die sie ausgeführt hätten oder noch planten, auf seine Rechnung gekauft oder errichtet worden sind und werden, dass er daran keinerlei Recht oder Anspruch haben sollte, ob die lude lichte wolden wen(n)e daz sie daz teden von erzbischöflichen Geld, weil sie erzbischöfliche Keller wären. Denn er, der Erzbischof, habe sie als gerecht und redlich in seinem Dienst und seiner Rechnung befunden, sodass er es ihnen gönnt, sich im erzbischöflichen Dienst zu verbessern.

Erzbischof Gerlach kündigt sein Siegel an.

- Der gegeben ist zu Aschaffinburg uff den fritag nach sant Kilians tag 1366.

Das Domkapitel bestätigt nun diesen Güterkauf aus der Zeit Erzbischofs Gerlachs und kündigt das große Domkapitelsiegel an. Niklas von Grünberg bestätigt, die verbrieften Zinse zu bezahlen. Er kündigt sein Siegel an.

- 1376 uff des heilgen cruces tage als iz funden wart.

Fußnotenapparat:

[a] Vgl. Vigener Nr. 2106.

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Keine

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Zitierhinweis:

StA Wü, MIB 1 fol. 116, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/332 (Zugriff am 13.08.2022)