Mainzer Ingrossaturbücher Band 09

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StA Wü, MIB 9 fol. 040v

Datierung: 6. Oktober 1377

Quelle

Aussteller:

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Ausstellungsorte:

Archiv: Würzburg StaatsA

Weitere Überlieferung:

  • Regestensammlung im StAD Best. R 11 A Kurmainzer Regesten Nr.2 und 26 (Verweis auf: Joannis 1, 689: Erw. (mit Nennung einiger Namen) . - Erw. Schliephake-Menzel, Geschichte von Nassau 6, 88. - Kurz erwähnt (zu Anfang Oktober) Annalen des nassauischen Vereins 8 (1866), 330).

Geographische Bezüge:

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Inhalt

Kopfregest:

Elekt Adolf von Mainz hat sich von Ruprecht, Graf zu Nassau und dessen Ehefrau Anne Geld geliehen.

Vollregest:

L(itte)ra data Ruperto comiti de Nassauwe.

Adolf [erwählter Erzbischof von Mainz und Bischof von Speyer] bekennt, seinem Vetter Ruprecht, Graf zu Nassau (Nassauwe), und dessen Ehefrau Anne bzw. deren Erben 6.500 Goldgulden, Frankfurter (zu Frankenfurd) oder Mainzer (zu Mencze) Währung, schuldig zu sein, die diese ihm zu seinem fru(m)men und nucze geliehen haben, und er in uns(er)n und uns(er)s stiftes zu Mencze nutze gewant und gekart han.

Der Erzbischof will ihnen diese Summe auf folgende Weise zurückzahlen: 1.500 Gulden wahlweise zu Frankfurt (Franckenf(urt)) oder Mainz (Mencze) am kommenden Tag Kathedra Petri [22. Februar 1378], für die anderen 5.000 Gulen setzt er ihnen 9 große Turnosen vom Zoll zu Ehrenfels (Erenfels), von jedem Fuder Wein oder von ander kauffma(n)schafft. Graf und Gräfin können das Geld vereinnahmen, aber erst nachdem die von Bingen das Geld, das ihnen am Zoll schon früher angewiesen worden ist, erhalten haben. Danach steht das Geld aus den neun Turnosen nur Ruprecht und Anne so lange zu, bis sie ihr Geld vollständig bekommen haben. Jedesmal, wenn sie 1.100 Gulden eingenommen haben, gelten 1.000 Gulden als erledigt, bis sie 5.500 Gulden erhalten haben. Der Erzbischof gibt seinem dortigen Zöllner entsprechende Anweisung.

Zur Sicherheit setzt Erzbischof Adolf 12 Geiseln, nämlich den Mainzer Dompropst Enders von Brauneck (Brunecke), seinen »lieben Neffen«, dann Graf Walram zu Nassau (Nassauwe), seinen »lieben Bruder« und Ludwig (Ludewig) Graf zu Rieneck (Rynecke), seinen »lieben Neffen«, sodann Johann Graf zu Wertheim, die Brüder Gerlach und Gotze von Hohenlohe (Honloch), seine »lieben Oheime« Eberhard (Ebirhard) Herr zu Eppstein (Eppinstein), seinen »lieben Schwager« Johann Herr zu Limburg (Lympurg) und Johan [I.] Herr zu Isenburg [in Büdingen], seinen »lieben Neffen« Reinhard (Reynhard) Herr zu Westerburg, seinen »lieben Schwager« den Ritter Konrad (Conrad) von Hutten (Hoten), erzbischöflicher Amtmann zu Orb (Orba) und Eberhard (Ebirhard) von Fechenbach (Wechinbach), erzbischöflicher Viztum zu Aschaffenburg, seinen »lieben Getreuen«.

Dazu setzt der Erzbischof 12 Bürgen: den Mainzer Domherrn Johan von Eberstein (Ebirsteyn), seinen "lieben Neffen", sodann die beiden Mainzer (zu Mencze) Domherren Wilhelm Flach (Flachen) und Claes vom Stein (Steyne) d.J., den Ritter Emerich Rost von Waldeck (Waldecke), erzbischöflichen Marschall, Fuchs von Rüdesheim (Rudinsheim), sodann Daniel von Langenau (Langenauwe), Burggraf zu Lahneck (Lannecke) und Hartmud Beyer, erzbischöflichen Burggraf zu Starkenburg (Starkinberg) sowie Georg von Langenau (Langenauwe), Eberhard (Ebirhard) Rüdt (Rude) und Siegfried (Syfryd) von Lindau (Lyndaue), Wiprecht (Wyprecht) Rüdt (Ruden), Amtmann zu Buchen (Bucheim) und Ruprecht Ulner, Amtmann zu Hofheim (Hofeheim).

Geht das Geld nicht wie vereinbart ein, können die Gläubiger die Geiseln und Bürgen einzeln oder gesamthaft mit Boten oder Briefen mahnen, die Geiseln müssen dann persönlich binnen 14 Tage nach Mahnung in Mainz (Mencze) oder in Frankfurt (Frankenf(urt)) zum Einlager einreiten, da zu ligen in gisels wise. Die Bürgen müssen als burgen recht ist jeder mit mit 1 Pferd und 1 Knecht wahlweise in Mainz oder Frankfurt in einer ihnen von den Gläubigern angewiesenen öffentlichen Herberge einreiten. Die Geiseln können sich mit 1 Edelknecht und 2 Pferden lösen, sonst müssen sie nach gisels recht selbst Geiselschaft leisten.
"Verleistet" ein Bürge sein Pferd, muss er es ersetzen.

Sollte eine Geisel oder ein Bürge sterben, muss der Erzbischof diese auf Mahnung binnen einem Monat durch gleichwertige Personen ersetzen.

Der Erzbischof gelobt, seine Geiseln und Bürgen gütlich auszulösen und dabei schadlos zu halten. Die Geiseln und die Bürgen geloben, gute Geiselschaft und Bürgschaft zu halten.

- Datum Eltvile ... 1377 tertia feria proxima post diem sancti Remigii.

Quellenansicht

fol. 40v
fol. 41v

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Zitierhinweis:

StA Wü, MIB 9 fol. 040v, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/501 (Zugriff am 27.05.2022)