Mainzer Ingrossaturbücher Band 10

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StA Wü, MIB 10 fol. 018

Datierung: 6. April 1382

Quelle

Aussteller:

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Ausstellungsorte:

Archiv: Würzburg StaatsA

Weitere Überlieferung:

  • Regestensammlung im StAD Best. R 11 A Kurmainzer Regesten Nr. 26 (Verweis auf: Rommel 2, Anm. S. 158 Nr. 8).

Geographische Bezüge:

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Inhalt

Kopfregest:

Erzbischof Adolf I. von Mainz verpfändet für eine Geldschuld seinem Vetter Graf Ruprecht IV. von Nassau seine nassauische Pfandburg Wiesbaden.

Vollregest:

Des gen(annten) Sloßes Wiesebaden mit synen tzugehorunge wider engeb(e)n und antwerten, wan dan - l(itte)ra data Rup(er)to sup(er) 3.300 flor(enis) quib(us) d(omi)n(u)s redem(it) Wiesebade(n).

[Erzbischof] Adolf [von Mainz] schuldet seinem »lieben Vetter«, dem edlen Ruprecht [IV.] Graf zu Nassau (Nassauwe), dessen Ehefrau Anne, ihren Erben bzw. dem rechtmäßigen Inhaber dieser Urkunde 3.300 gute Gulden, gut von Gold und genügend schwer an Gewicht, wie sie zu Mainz (Mentze) oder Frankfurt (Franke(n)furt) gang und gäbe sind.

Für dieses Geld stellt er die Hälfte des Schlosses Wiesbaden (Wisebaden) samt Zubehör als Pfand, wie ihnen diese vom erzbischöflichen Bruder Walram [IV.] Graf zu Nassau verpfändet war umb sie wider geloset han. Der Erzbischof will das Geld wahlweise heute in einem Jahr in Mainz oder Frankfurt (Frankefurt) auszahlen.

Als Sicherheit setzt er den Gläubigern zwölf Vertraute als Bürgen: seinen Bruder Walram [IV.] Graf zu Nassau, Johann von Eberstein (Ebirst(ein)) und Claes (Clase) vom Stein (Steyne) den Jüngeren, beide Domherren zu Mainz, Herdan von Büches (Buches), Dammen von Praunheim (Phrumheym), Heinrich Groschlag (Graslock), Dietrich von Praunheim (Prumheym), [alle?] Ritter, Eberhard von Fechenbach (Vechinbach), erzbischöflicher Viztum zu Aschaffenburg (Aschaff(enburg)), Konrad Rabenold, erzbischöflicher spyser, Ruprecht Ulner, erzbischöflicher Amtmann in Hofheim (Hofheym), Hermann Schelris (Schelryß), erzbischöflicher Vogt zu Seligenstadt (Selgenstat) und Heinrich, erzbischöflicher Zollschreiber in Ehrenfels (Erenfels).

Bei Zahlungsverzug oder verweigerter Pfandherausgabe seitens des Erzbischofs müssen die Bürgen auf schriftliche oder mündliche Mahnung Graf Ruprechts binnen 8 Tagen einen Knecht und ein Pferd nach Mainz oder Sonnenberg, je nach Wunsch Ruprechts, in eine öffentliche (offene) Herberge entsenden. Dort müssen die Bürgen so lange Einlager halten, bis die Schuld beglichen ist. Sollten Bürgen durch Tod oder Wegzug ausfallen, muss der Erzbischof nach Aufforderung binnen eines Monats gleichwertigen Ersatz stellen. Tut er das nicht, müssen die noch verbliebenen Bürgen so lange Einlager halten. Die Bürgen dürfen ihre eigene Leistungsverpflichtung nicht anderen Bürgen mit übertragen. Sollte Graf Ruprecht die Burg (sloßes) Sonnenberg durch Eroberung oder sonstwie verlieren, ist ausschließlich Mainz möglicher Ort des Einlagers.

Der Erzbischof kündigt sein Siegel an. Die Bürgen versprechen mit ihrem Siegel, gute Bürgen zu sein, die Bürgschaftsverpflichtung anzunehmen und sich ihrer zum Schaden Graf Ruprechts und der Seinen nicht zu entledigen.

- Datum Aschaffenburg in ipso die festo solempnis pasche domini ... 1382.[a]

Als wart diese Sache beredet, doch soll das Jahr beginnen und das Datum der rechten Urkunde halden und sten an kommenden Ostern.

Fußnotenapparat:

[a] In der Datumszeile sind die Worte ipsofesto sole(m)pnis (und eiusde(m)) schwach durchgestrichen, ebenso der gesamte nachfolgende Satz ab Als wart... .

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Zitierhinweis:

StA Wü, MIB 10 fol. 018, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/57 (Zugriff am 06.12.2021)