Mainzer Ingrossaturbücher Band 10

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StA Wü, MIB 10 fol. 211v

Datierung: 6. April 1384

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Archiv: Würzburg StaatsA

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Inhalt

Kopfregest:

Der Mainzer Erzbischof Adolf I. regelt die Rückzahlung der Schulden, die das Stift Speyer bei Bürgermeister, Rat und Bürgern von Landau hat.

Vollregest:

L(itte)ra data opido Landauwe sup(er) 3.000 flor(enis).

[Der Mainzer Erzbischof] Adolf [I.] hat sich mit seinen und des Stiftes Speyer (Spire) Ratleuten (guten frunde) zusammengesetzt und darüber beraten, wie man den besonderen, großen, beschwerlichen, schädlichen und wachsenden Schulden (schaden), unter denen das Stift Speyer (Spire) leidet, begegnen könnte. Sie haben sich dann endlich entschlossen, Bürgermeister, Rat und Bürger von Landau (Landauwe), ihre »lieben Getreuen« zu bitten, ihnen zum Nutzen des Stiftes 3.000 Gulden, gut von golde und sw(er)e genug an gewichte zu leihen. Die Landauer haben ihnen das Geld an der Münze zu Speyer (Spire) eingeräumt und heute auszahlen lassen.

Mit dieser Urkunde verpflichtet sich Adolf als Erzbischof von Mainz (Mentze), auch im Namen seines Amtsnachfolgers im Stift Speyer, die geliehenen 3.000 Gulden binnen der nächsten vier Jahre an die Münze Speyer zurückzuzahlen, und zwar am St. Georgentag 1385 [23. Apri]) zunächst 750 Gulden und danach an den darauf folgenden St. Georgstagen jeweils weitere 750 Gulden der gleichen Währung.

Zur Sicherheit stellt er den Landauern als Bürgen: seinen Bruder Johann Herr von Nassau (Nassauwe), die Brüder Trigel und Hans (Hansen) von Gemmingen (Gemmyngen), Amtleute im Stift Speyer, Friedrich (Friderich) von Venningen Ve[nningen], Heinrich Brodel (Brodeln), Peter Slitzwecke, Erphe (Erphen) von Altdorf (Altdorff), Heilman (Heylman) von Lachen, alle Edelknechte, und Gerhard Scheffener von Hambach (uns(er)n scheffen(er)), D[…] Renthil, Peter Blancken, Heinz (Heintze) Kemper (Kempe(r)), Schöffen, Hans (Hanß) Rotils, Hans und Claes Williginsmyt von der Gemeinde und Stadt Lauterburg (Luterburg), desweiteren Voltze (Voltzen) Neckinger, Anshelm Morse, Cuntze Duchscherrer und Herman Grumbach, Schöffen (richter) der Gemeinde und Stadt Bruchsal (Bruchsel), dazu Herman Keller, Queckhans, Breme und Cuntze Sußer, Schöffen (richter) von der Gemeinde und Stadt Udenheim (Utinheim), dann Hennel Rorhuser, Hemel Weltzil, Hennel Agelman und Silberbergen von Dorf und Gemeinde Maikammer (Meinkeimer), sodann Peter Duman [?], Hennel Swyncke, Hennel Grubeln und Claes, Schultheiß des Dorfes und der Gemeinde Hambach, ebenso Cuntzil, Schultheiß, Heinrich (Heinr(ich)) Sackeraub, Hans Oleier und Peter Ruckenbrod von Dorf und Gemeinde Herxheim (Hergesheim), dann Claes, Schultheiß, und Hennel Merckel von Dorf und Gemeinde Rheinzabern (Rintzab(er)n), ebenso Hans, Schultheiß, und Cuntze Offener von Dorf und Gemeinde Hatzenbühl (Hatzenbuhel), Hans, Schultheiß, und Claes Gerykin [?] von  Gemeinde und Dorf Rülzheim (Rultzhesheim) und Claes, Schultheiß, und Cuntzeln Scheffer von Dorf und Gemeinde Heyna (Heyne).

Kommt der Erzbischof mit der vereinbarten Rückzahlung des geliehenen Geldes in Verzug und wird von den Gäubigern mündlich oder schriftlich (zu huse, zu hofe, munt wider munt, boden oder mit brieffen) gemahnt, sollen der erzbischöfliche Bruder Graf Johann, Trigel und Hans von Gemmingen (Gemmyngen), Friedrich (Friderich) von Venningen (Venyngen), Heinrich Brodel, Peter Slitzwecke, Erphe von Altdorf (Altdorff), Heilman von Lachen und Gerhard Scheffener (Scheffen(er)) jeder mit einem Knecht und einem Pferd by guten truwen und die anderen Bürgen aus den Städten Lauterburg (Luterburg), Bruchsal (Bruchsel), Udenheim (Utinheim) und aus den Dörfern, uff ire eyde, die sie ihm und den Städten und Gerichten geschworen haben, alle persönlich binnen der nächsten acht Tage nach der Mahnung Einlager (in faren leisten) in der Stadt Speyer halten, und zwar in einer, zwei oder mehreren öffentlichen Herbergen, die ihnen von den Gläubigern angewiesen werden. Sie sollen dort so lange verbleiben, bis das geschuldete Geld samt der durch das Mahnverfahren entstandenen Botenlöhne vollständig bezahlt ist.

Stirbt ein Bürge, muss der Erzbischof von Mainz bzw. sein Amtsnachfolger im Stift Speyer auf Mahnung binnen eines Monats gleichwertigen Ersatz stellen. Stirbt ein Pferd oder wird dienstuntauglich, muss es binnen acht Tagen ersetzt werden. Vergehen sich ein oder mehrere Bürgen im Dienst oder verlassen pflichtwidrig das Einlager, dürfen die Landauer deren Hab und Gut, mit Hilfe eines weltlichen oder geistlichen Gerichts oder auch ohne Gericht, in Lauterburg, Bruchsal , Udenheim und in den genannten Dörfern solange pfänden, bis die Bürgschaftspflicht wieder gewährleistet ist. Dadurch entstehender Schaden wird vom Erzbischof bzw. seinem Amtsnachfolger im Stift Speyer erstattet.

Keine Freiheit, kein geistliches oder weltliches Recht o.ä. können diese Vereinbarung beeinträchtigen.

Erzbischof Adolf kündigt sein Siegel an. Die Bürgen Graf Johan von Nassau, Trigel und Hans von Gemmingen, Friedrich von Venningen, Heinrich Brodel, Peter Slitzwe[cke], Erphe von Altdorf, Heilman von Lachen und Gerhard Scheffener bekennen sich zu ihrer Bürgschaft und versprechen, gute Bürgen zu sein. Sie kündigen ihre Siegel an. Die Bürgen aus Lauterburg, Bruchsal, Udenheim, Maikammer (Menkenner), Hambach, Hergesheim, Rülzheim (Rulichesheim), Rheinzabern (Rintzab(er)n), Hatzenbühl (Hatzenbuhel) und Hayna (Heyne) bekennen sich zu ihrer Bürgschaftspflicht und versprechen, da sie keine Siegel besitzen, uff unße eyde, gute Bürgen zu sein. Auch die beiden Städte Lauterburg und Bruchsal kündigen ihre Siegel an.

- Datum Eltvil feria quarta post dominicam Palmarum ... 1384.

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Zitierhinweis:

StA Wü, MIB 10 fol. 211v, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/352 (Zugriff am 22.05.2022)