Mainzer Ingrossaturbücher Band 10

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StA Wü, MIB 10 fol. 114

Datierung: 1. Dezember 1382

Quelle

Aussteller:

Empfänger:

Archiv: Würzburg StaatsA

Weitere Überlieferung:

  • Regestensammlung im StAD Best. R 11 A Kurmainzer Regesten Nr. 28.

Geographische Bezüge:

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Inhalt

Kopfregest:

Erzbischof Adolf I. von Mainz regelt die Rückzahlung seiner Schulden bei dem Ritter Walther von Kronberg und dessen Ehefrau Getzel.

Vollregest:

L(itte)ra data Waltheri de Cronenb(e)rg militi et uxori suo.

[Der Mainzer Erzbischof] Adolf [I. von Nassau, Bischof von Speyer] schuldet dem Ritter Walther (Walthere) von Kronberg (Cronenberg), seinem »lieben Getreuen«, und dessen Ehefrau Getzel 3.000 Goldgulden, schwer an Gewicht, Frankfurter (Franckenfurter) oder Mainzer (Mentzer) Währung, die sie ihm geliehen haben, und die er zu seinem Nutzen verwendet hat.

Der Erzbischof und das Stift wollen Walther und Getzel das Geld ab den kommenden vier Weihnachtsheiligentagen binnen zwei Jahren entweder in Frankfurt (Francfurd), Maintz (Mentze) oder Kronberg (Cronenberg), die Wahl liegt bei den Kronbergern, zurückzahlen. Der Erzbischof verpflichtet sich auch im Namen seiner Amtsnachfolger und seines Stiftes, Walther und Getzel bzw. ihren Erben für die 3.000 Gulden zwei Jahre lang jeweils am St. Michelstag [29. September] 300 Gulden Geld, Frankfurter (Francfurter) oder Mainzer (Mentzer) gängiger und allgemeiner Währung, in Frankfurt (Francford), Mainz (Mentze) oder Kronberg (Cronenberg), die Wahl liegt bei den Kronbergern, zu zahlen.

Für die 3.000 und die 300 Gulden setzt der Erzbischof Geiseln und Bürgen: seinen Bruder Walram (Walraben) Graf zu Nassau (Nass(au)), seinen "Schwager" Eberhard (Ebirharte(n)) Herr zu Eppstein (Eppestein), seinen »Neffen« Johan (Johanne) Herr zu Limburg (Limppurg), die Ritter und lieben "Getreuen" Philipp (Philippus) von Geroldstein (Gerolstein), Friedrich (Friderichen) von Reifenberg (Riffenberg), alle Ritter, Gorgen von Königstein (Kungestey(n)), Otten von Grauwenrode, Herman (Herman(n)e) [Bube] von Gabsheim (Geispershey(m)), Markolff Rosen von Altweilnau (alden Wylnauwwe), Welffen von Harnabo und Herman (Herman(n)e) von Stockheim (Stogheim). Bürgen sind die Ritter und »lieben Getreuen« Johan (Johanne(n)) von Sulzbach (Soltzbach), Wilhelm von Vilmar (Vilmer), Heilman von Praunheim (Pru(n)henn), alle Ritter, Dietrich (Dideriche) Hut (Huden) von Sonnenberg (Sonne(n)borg), der Aschaffenburger (Aschaff(enburg) Viztum Eberhard (Ebirharte) von Fechenbach (Wechenbach), Winter (Wint(er)n) von Bydelheim, Ludwig (Lodewige) Buchern [?] von Idstein [?] (Edichs […]), Herman (Herma(n)) Schelris, Gottfried (Gotfriden) von Delkenheim, Ruprecht Ulner, Gerlach Liutze, alle Edelknechte und Dielmann (Deleman) von Michelbach (Michelnbach).

Kommt Erzbischof Adolf mit einer der Zahlungen in Verzug, können Walter und Getzeln bzw. ihre Erben die Geiseln und Bürgen mit Boten oder Briefen, zu Haus oder Hof bzw. mündlich (munt wider munt) mahnen und die Geiseln müssen umgehend, ohne auf die anderen zu warten, persönlich und in Begleitung eines Knechtes mit zwei Pferden nach Kronberg (Cronenberg), Reifenberg (Ryffenb(er)g) oder Alt-Weilnau (Aldenwylnauwe), Walther bestimmt den Ort, in einer öffentliche Herberge zum Einlager erscheinen. Die Bürgen sollen nach der Mahnung unverzüglich ein Pferd und einen Knecht in den ausgewählten Orte zu den Geiseln entsenden. Geiseln und Bürgen müssen gute Geiselschaft halten; sie und ihre Erben dürfen sich, solange die Schuld mit den eventuelle anfallenden Kosten für Nahrung, Auslagen, Schadenersatz und Botenlohn nicht getilgt ist, dem Einlager unter keinen Umständen entziehen.

Ausfallende Pferde müssen, nach entsprechender Mahnung durch die Gläubiger, unverzüglich ersetzt werden.

Stirbt ein Bürge oder eine Geisel, muss er außer Landes oder wird krank, ist er, nach entsprechender Mahnung durch die Gläubiger, binnen vierzehn Tagen durch einen gleichwertigen zu ersetzen. Bis Ersatz geleistet ist, übernehmen die verbliebenen Bürgen in einer der drei Städte die Leistung der ausgefallenen Bürgen.

Erzbischof Adolf von Mainz (Mentze) verspricht, auch im Namen seiner Amtsnachfolger und seines Stiftes, die vorstehenden Artikel stets und fest einzuhalten und die Bürgen aus ihrer Bürgschaftsverpflichtung zu lösen, ohne Eid und ohne ihren Schaden.

Er kündigt sein Siegel an, ebenso Graf Walram (Walrabe) von Nassau (Nass(au)), Eberhard (Ebirhart) von Eppstein (Eppestey(n)), Johan von Limpurg (Lim[…]), Philip (Philippus) von Geroldstein (Gerolstey(n)), Friederich (Friderich) von Reifenberg (Riffenberg), alle Ritter, Gorge von Königstein (Kungestey(n), Otte von Grauwenrode, Herman von Gabsheim (Geispi[…]), Markolff Rose, Wolff von Harnabo und (Herma(n) von Stockheim (Stoghy[…]), alle Edelknechte.

Die Bürgen Johan von Sulzbach (Soltzbach), Wilderich von Vilmar, Heilman (Heilma(n)) von Praunheim (Pru(n)heim), Ritter, Dietrich (Dyderich) Hut, Eberhard (Ebirhart) von Fechenbach, Winther von Biddelnheim, Ludwig (Lowig) Bucher, Herman (Herma(n)) Schelris, Gottfried (Gotfrid) von Delkenheim (Delkelnhey(m)), Ruprecht Ulner, Gerlach Lintze, alle Edelknechte, und Dielmann (Dilema(n)) von Michelbach geloben in guten truwen an eydes stad den Gläubigern gut Geiseln und Bürgen zu sein, und nichts gegen den vorstehenden Vertrag zu unternehmen oder die Gläubiger zu beeinträchtigen, weder mit Hilfe geistlicher und weltlicher Freiheiten, Burgmannschaften, Geleit usw. Eberhard von Eppstein (Eppinstein) und Johann von Limpurg (Limppurg) können jederzeit ihre Geiselschaft lösen, indem sie einen Edelknecht, der zum Schild geboren ist, stellen sowie zwei Pferden. Dies gilt aber nur für vier Wochen, danach müssen sie wieder persönlich Einlager halten.

Die Bürgen und Geiseln kündigen ihre Siegel an. Wird diese Urkunde beschädigt, ein Siegel zerstört (zu brochen oder zu quetschet) oder fällt ab, bleibt die Urkunde unverändert gültig.

- Datum ... 1382 in crastino sancti Andree apostoli.

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Zitierhinweis:

StA Wü, MIB 10 fol. 114, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/2298 (Zugriff am 27.05.2022)